Bestimmt habt ihr schon gedacht "der laesst gar nichts von sich hoeren". Hat etwas gedauert bis es was zu berichten gibt. Unser Plan nach der Ankunft am 2.9 so flott wie moeglich zum hulk aufzusteigen und vollendete Tatsachen mit der Positive und der Venturi zu schaffen kam etwas ins wanken, da sich die ganze erste Woche eine recht labile Lufmasse ueber der Sierra breit gemacht hat und fuer ordentliche boomers ueber dem Hauptkamm gesorgt hat, die dann abends schoen in die White Mountains gezogen sind und dort fuer feine Lichtspiele gesorgt haben. Also, haben wir die Zeit genutzt, uns in Rock Creek und an der Dike Wall gut an die etwas duennere Luft ueber 3000 Meter gewoehnt, die dann besonders zu spueren ist, wenn man sich einen anstrengenden Riss hochkeult oder einen Rucksack durch die Buesche geiselt.
Letzten Freitag war es dann soweit, ein Hoehentief ueber BC vertireb die die Waschkuechenluft, klarster Himmel und kuehlere Temperaturen das Ergebnis. Wir bepackten uns fuer 4 Tage und stiefelten am Freitag gemuetlich unter den Hulk, fanden ein gediegenes Plaetzchen zwischen roten Granitbloecken fuer das BC, mit direktem Blick auf die imposante NW-Wand. Was ein unterschied zum letzten Jahr, nur noch Schneereste unter der Wand, sonst monstroese Blockhalden und kaum noch fliessende Baeche, wir hatten zum Glueck einen keine 30 Meter vom Zelteingang, denn die trockene Luft da oben doerrte uns wie Backpflaumen aus.
Am Samstag frueh gings dann in die Positive Vibrations, trotz fehlendem Sonnenlicht waren die Temperaturen im unteren Teil der Tour ok, die Finger zwar kalt und die Reibungsschuhe etwas schwergaengig, aber nichts was ins Gewichr fiel, die Kletterei eine wahre Rissorgie, eine Seillaenge besser wie die andere. Das aenderte sich aber ab der 5. Laenge, denn da verlaesst man das windgeschuetzte Verschneidungsystem und klettert entlang Rissen an der Pfeilerkante und dort haemmerte ein uns eiskalter Nordwestwind die Koerpertemperatur aus den Knochen, da wir recht flott unterwegs waren und die Sonne noch nicht um die Ecke gekrochen war, hofften wir auf sie und machten weiter. Der Vorsteiger mit klammen fingren und Eisfuessen, der Sichernde in Kauerstellung vom Wind hin und hergebeutelt und dann mit viel Spass beim Nachsteigen. Als die sonn eum die Ecke kam fings dann rcihttig an zu blasen, mit Boen bis 40mph orgelte es um die Ecken. Da hat der Spass sein Ende gefunden und wir sind 2 Seillaengen untrem Gipfelgrat ueber die Venturi abgeseilt, das volle Programm mit Schiss in der Hose, dass der Wind das Seil nicht irgendwo hinverblaest und es haengen bleibt und natuerlich einem Seilklemmer in der 4. Seillaenge, da durfte ich nochmal einen schoenen flare am Einzelstrang hochkraxeln um das zweite Seil zu bergen.
So, dass war schonmal ganz fett und wir legten einen Ruhetag ein. schauten anderen Seilschaften zu wie sie vom Wind verblasen wurden, genossen die Traumlandschaft dort oben und hofften, dass fuer die Venturi der Wind etwas nachlaestt. Wir legten uns einen cleveren Plan zurecht, am ersten Tag etwas spaeter einsteigen und bis zum Band, dann ueber die Positive runtre, die ertsen zwei Laengen fixieren, am naechsten Tag ueber die Positive aufs Band und die headwall der Venturi in der Sonne raus. Der erste Tag hat die 5.12d cruxlaenge in petto, die headwall hat beim Abseilen gut ausgesehen.
So haben wir es auch gemacht, getsren sind wir eingestiegen und schon in derersten Laenge traf mich fast der Schlag - eine Felsqualitaet zum kotzen und die Absicherung mehr als marginal, Achim hat diese 11a vorgestiegen und das war eine Granatennummer, die er da gebracht hat, die zweite Laenge nicht viel besser, lose Bloecke und der stand ein paar in den Grus gedrueckte Cams, dachte ich dreh am Rad. Na, wird schon besser werden wenns schwer wird, schwer wurde es dann auch in der dritten Laenge, dafuer ging gar nichts mehr zu sichern, weils ein flared tips crack war und ie standmoeglichkeit unter 9+ Verschneidung war ein Witz. Da hatte sich die Sache fuer mich erledigt und Achim und ich haben nur einen kurzen Blick tauschen muessen, um klar zu machen was die Ansage ist. Wir seilten ab, Projekt Venturi am Hulk ist fuer mich gestorben, die Felsqualtitaet war wohl so mies weil bis dato kaum einer da hoch ist und der Granit dort oben von den Atmosphaerileien doch ganz schoen einen auf den Latz bekommt, egal wo ich die Fuesse hingestellt habe, egal was Achim in die finger genommen hatte ist erst mal ein wenig zerbroeselt, ganz schoen spooky, die Qualitaet der Absicherung war fuer meinen Geschmack jenseits von Gut und Boese, mit ein wenig Auscheckerei von oben haette man vielleicht was reissen koennen, doch das waere zuviel des Guten gewesen. Die Standplaetze waeren dadurch nicht besser geworden. Nun denn, sieht so aus als ob ich zwei Jahre einem Gespenst hinterhergelaufen bin, mir aber nach dieser Erfahrung nicht so viel daraus mache, da ich zum richtigrn Zeitpunkt fuer mich gesehen habe, wann der cut angesagt ist.
Abgeseilt sind wir schnell, das Zeug gepackt, angestiegen, die letzte Nacht in Lee Vining im Motel verbracht, heute machen wir einen lauen, morgen, bevor der grosse Kaltlufteinbruch in der Sierra kommt, noch ne schnell Tour im Gebirge und dann ab ins Yosemite Valley, werden dort am Montag Steve treffen, mal schaun was da os geht.
So far, so long
alex